Die Geschichte des Altenpflegeberufes in Deutschland.

Bis zum Mittelalter wurde die Bevölkerung im Bedarfsfall von Laienmedizinern versorgt. Im Mittelalter wurden pflegebedürftige, kranke und alte Menschen fast ausschließlich innerhalb der Familie gepflegt, einige wenige auch von Menschen aus dem kirchlichen Umfeld.
Erst nach Ende des Mittelalters wurde in Frankreich die wohltätige christliche Frauenvereinigung „Confrérie des Dames de la Charité“ gegründet, die als Vorreiter der Caritas-Organisation gilt.
In Deutschland gründeten Frederike und Theodor Fliedner im 19. Jh. die „Keiserswerther Diakonie“, um den sozialen Problemen der Industrialisierung entgegen zu wirken. Sie arbeiteten u.a. in der Erziehung und Bildung von Kindern und in der Pflege von Alten und Kranken.

Bis in die 1920er Jahre wurden alte pflegebedürftige Menschen und Demenzkranke in so genannten „Siechenheimen“ (= Hospizen) oder in Altenheimen untergebracht, deren Zustände oft erschütternd waren. Das Pflegepersonal war fachlich nicht ausgebildet und bestand größtenteils aus kirchlichen Mitgliedern. Ausgebildete Krankenschwestern waren lediglich in der Leitung der Hospize beschäftigt.

Eine bedeutende Veränderung fand im Laufe der Nachkriegsjahre und des Wirtschaftswunders statt. Die Anzahl von alten Menschen, um die sich keine Familie kümmern konnte oder wollte, stieg deutlich an. Die ersten Altenpflegeheime wurden gegründet und forderten in der Folge einen erhöhten Personalbedarf.
Für die Altenpflege standen aber nicht genügend Krankenschwestern zur Verfügung, außerdem war deren Einsatz relativ kostspielig. Damals wurden vor allem weibliche Arbeitskräfte gesucht, weil deren Lohnkosten nicht zu hoch waren und weil die Meinung vorherrschte, dass sie aufgrund der „typisch weiblichen“ Eigenschaften besonders gut Alte und Kranke versorgen könnten.

Der Beruf war aber nicht reglementiert, es gab z.B. keine einheitlichen verbindlichen Ausbildungsstandards. Betriebsinterne Schulungen für Altenpfleger wurden erst Ende der 1950er Jahre in konfessionellen Einrichtungen eingeführt. In den 60er Jahren stieg die Zahl der zu versorgenden Pflegebedürftigen nochmals an, qualifiziertes Personal fehlte weiterhin. Somit entstanden zuerst konfessionelle, später auch kommunale Ausbildungsstätten, welche die Ausbildung anboten, zunächst ohne staatlichen Abschluss.
Die Pflege alter Menschen wurde erstmals zu einem politischen Thema.

Während der 70er und 80er Jahre wurde die Altenpflegeausbildung erweitert und vertieft. Anfangs gab es eine 1,5-jährige Ausbildung, die eine Mischung folgender Elementen umfasste: Lebensbegleitung, medizinische Betreuung, hauswirtschaftliche Versorgung und Klienten Betreuung vor.

In den 80er und 90er Jahre wurde der Ausbildungsgang in fast allen Bundesländern auf zwei Jahre verlängert und die Inhalte auf spezifische Problematiken des Alterns zugeschnitten. Allerdings erließen die Bundesländer keine einheitliche Ausbildungsverordnung (bis 2003 existierten siebzehn unterschiedliche Ausbildungsregelungen).
Vom DBVA (Deutscher Berufsverband für Altenpflege e.V.) wurde ein Berufsbild für staatlich anerkannte Altenpfleger formuliert und in die Ausbildungskonzeption übernommen.

Ende der 1990er Jahre setzte sich bundesweit eine dreijährige Ausbildung, die stark an das Duale (praktische und theoretische Lerninhalte) System angelehnt ist, durch. Darüberhinaus wurde beschlossen, dass Altenpflegekräfte, ebenso wie Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, medizinische Behandlungspflege im Auftrag des Arztes durchführen dürfen.
Die Fächer der Ausbildung beinhalteten u.a. Alten- und Krankenpflege, Gerontologie, Gesundheits- und Krankheitslehre, Arzneimittellehre, Psychiatrie, Ernährungslehre, Berufs- und Rechtskunde sowie Rehabilitation.
Verschiedene Praktika im Rahmen der Ausbildung bieten einen guten Einblick in die tägliche Arbeit mit alten Menschen. Die Praktika können in stationären oder ambulanten Altenpflegeeinrichtungen, aber auch in Krankenhäusern absolviert werden.
In 17. November 2000 wurde das Altenpflegegesetz verabschiedet und die Altenpflegeausbildung in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003 bundeseinheitlich geregelt.

Die regierende große Koalition aus CDU/CSU und SPD arbeitet zurzeit an einer möglichen Zusammenlegung des Altenpflegeberufes mit den Krankenpflegeberufen. Ob die erhofften Vorteile bei der Personalgewinnung und Attraktivität des Berufes eintreten würden, ist in der Fachwelt allerdings umstritten.