Der Gedanke, dass meine Mutter irgendwann wohl Pflege brauchen würde hatte mich lange beschäftigt.

Ich hatte mich aber nicht wirklich damit auseinander gesetzt. Und dann stürzte meine Mutter… Ich gebe zu, ich hatte es meiner Mutter nicht mehr zugetraut, weiterhin alleine zu Hause wohnen zu können. Im letzten Jahr hatte sie deutlich abgebaut.
Wenn ich sie besuchte, räumte ich, von ihr meist unbemerkt, die Wohnung auf und putzte Bad und Küche. Schon des Öfteren hatte ich mir vorgenommen, ernsthaft mit ihr über ihre weitere Zukunft zu sprechen, aber dann doch nicht den Mut dazu gefunden. Ja, die Endlichkeit des Lebens wurde mir immer bewusster, ein Thema, über das ich nicht gerne mit ihr sprach.

Andererseits konnte ich ihr nicht noch mehr meiner freien Zeit widmen. Ich selbst war mindestens einmal wöchentlich zu Besuch, meine Frau kaufte für sie ein und wir telefonierten regelmäßig mit ihr. Ein schlechtes Gewissen hatte ich trotzdem und ich glaubte immer, einen leichten Vorwurf in ihren Augen oder ihrer Stimme zu spüren.

Nachdem sie eines Tages beim Zubettgehen gestürzt war und die ganze Nacht auf dem Boden vor dem Bett verbracht hatte, war ich mit meinem Latein am Ende. Ich bat ihren Hausarzt Dr. K. um Rat. Ich hatte mir einen Platz in einem schönen Seniorenheim mit engagierten Mitarbeitern vorgestellt. Diese 24-Stunden-Rundumbetreuung schien mir das Beste für sie zu sein.
Dr. K. sprach auch die Möglichkeit einer ambulanten Pflege an, er könne da nach jahrelanger Zusammenarbeit einen bestimmten Pflegedienst sehr empfehlen.

Meine Mutter war allerdings zunächst generell gegen alle Vorschläge. Sie konnte zwar einsehen, dass sie Hilfe benötigte, sie mochte sich aber keine Veränderungen vorstellen. Wir haben lange gesprochen und dabei viele Möglichkeiten abgewogen.
Nach einiger Zeit ließ meine Mutter dann aber doch mit sich reden. Ich konnte ihre Scheu und ihr Unbehagen vor einer Veränderung spüren. Sie machte mir sehr deutlich, dass sie auf gar keinen Fall aus ihrer gewohnten Umgebung weg in ein Seniorenheim ziehen würde.

Ich schlug die Empfehlung von Dr. K. vor, den Pflegedienst „Delphin Ambulante Pflege für Hamburg“. Es kommen dort immer dieselben Pflegekräfte. Das Konzept nennt sich Bezugspflege, auch wegen der kleinen Pflegeteams. Ich recherchierte selbst im Internet über Bezugspflege. Gerade in der Anfangsphase einer Pflege ist sie vertrauensbildend und insgesamt sehr hilfreich für den weiteren Verlauf der Pflege.
Nach einem persönlichen Gespräch mit der Pflegedienstleitung hatte ich einen guten Gesamteindruck über die Ambulante Pflege im Allgemeinen und über die spezielle Bezugspflege bei Delphin.
Einige Tage später trafen wir uns mit 2 Pflegekräften aus dem Team. Sie stellten sich vor, erklärten ihre Arbeit, machten Angebote zur Unterstützung und erfragten die Wünsche meiner Mutter. Meine Mutter antwortete zunächst häufig: “Das mache ich eigentlich noch alleine“. Am Ende ließ sie sich aber doch darauf ein und wollte es ausprobieren.

Die beiden Pflegekräfte kommen jetzt abwechselnd seit etwa 5 Wochen. Vor einigen Tagen erzählte mir meine Mutter, sie wäre sehr froh, dass diese „zwei netten Menschen“ jetzt Teil ihres Alltags wäre.